Wirkung der Dynamik und Ratenzahlungs-Kosten

Veröffentlicht 2014-10-21

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am 20. Oktober 2014 sinngemäß:

Die meisten Versicherungskunden zahlen die Beiträge für ihre Lebensversicherung monatlich. Was viele nicht wissen: Sie haben dadurch eine Ratenzahlung vereinbart – und die kostet Aufschläge. Denn die Beiträge für die Police werden direkt zum Stichtag für das ganze Jahr fällig. Üblich ist ein Ratenzahlungsaufschlag von 5 Prozent. Tatsächlich sind die Kosten sogar noch höher, sagt Dean Goff, der Chef des Luxemburger Policenaufkäufers Partner in Life. „Finanzmathematisch wird der Vertrag nicht mit 5 Prozent belastet, sondern mit mehr als 10 Prozent“.

 

Wieso ist das so?: Der Jahresbeitrag von z.B. 1.200 EUR ist am Stichtag fällig. Egal, ob der Versicherte lieber 100 EUR jeden Monat zahlt. Auf die 1.200 EUR wird jetzt ein Ratenzahlungszuschlag fällig. „Die erste Rate von 100 Euro zahlt der Kunde pünktlich“, erklärt Goff. „Die zweite mit einem Monat Verspätung, die dritte mit zwei Monaten und so weiter.“ Trotzdem zahlt der Kunde auf diese Beiträge genauso viel Ratenzuschlag wie auf die letzte Prämienzahlung des Jahres.

 

Zweitmarktunternehmen wie Partner in Life stellen die Verträge sofort nach Ankauf auf jährliche Zahlweise um. Zwar kann der Vertrag dann nicht mehr monatlich, sondern nur noch einmal im Jahr – zum Stichtag – gekündigt werden, aber dies ist für die Policenkäufer nebensächlich, da sie die Verträge in der Regel ja bis zum Ende fortführen. Endkunden, die in absehbarer Zeit ihren Vertrag kündigen möchten, müssen die Zahlweise wieder auf monatlich umstellen.

 

Dynamik:

Auch die Dynamik, dass heißt, dass sich der Beitrag jedes Jahr um einige Prozent erhöht, belastet die Rendite. Auch wenn das paradox klingt. Partner in Life lässt deshalb die Dynamik sofort aus den angekauften Verträgen herausnehmen. „Denn die Rendite wird schlechter, obwohl die Versicherten Jahr für Jahr mehr bezahlen“, sagt Goff. Versicherungstechnisch wirkt die Erhöhung so als würde zum Hauptvertrag jedes Jahr ein kleiner weiterer Vertrag dazukommen. Und dafür fallen jeweils wieder Verwaltungs- und Abschlusskosten an.

 

Dazu kommt ein weiterer Effekt: Je näher das Laufzeitende rückt, desto weniger wirkt der Zinseszinseffekt für die zusätzlich eingezahlten Beiträge. „Dadurch kann sich auf diese Mehrbeiträge sogar eine negative Rendite entwickeln“, so Goff.

Ergänzen lassen sich diese nützlichen Hinweise noch um das Stichwort „Risikoschutz“. Hinter diesem Hinweis steckt die Erkenntnis, dass manche Zusatzversicherungen und Absicherungen in einem Vertrag viel Geld kosten, aber nicht mehr zwingend benötigt werden. So lassen sich häufig teure Unfallzusatzversicherungen und hohe Todesfallsummen ausschließend oder reduzieren – das macht aus manch lahmer Rendite einen Rendite-Bringer.

Ein typisches Beispiel
Ratenzahlungszuschlag

Wie „versichert“ betragen die Kosten für die monatliche Zahlweise auf den ersten Blick 5%!

jährlich 3.539,90 EUR
Zuschlag 196,89 EUR 5,56%
Summe 3.736,79 EUR
monatlich 311,40 EUR

Der zweite Blick offenbart die Wahrheit: 12,14% Kosten pro Jahr. Bei echten 5,56% wären es 90,24 Euro gewesen, es sind aber 106,65 Euro zusätzliche Kosten = 196,89 Euro!

II Dynamik – nicht ganz so leicht erkennbar

Berechnet man die Rendite per 01.12.2013 bei einem Rückkaufswert von Euro 44.653 beträgt diese für die Prognose 2,89% pro Jahr (bei einem Rechnungszins von 4%).

Durch die Dynamik kommen zwar prognostiziert Euro 22.793 Euro mehr zur Auszahlung, aber die Rendite hat sich nun auf nur noch 2,82% pro Jahr verschlechtert. Die dynamischen Erhöhungen haben sich somit trotz einer Garantie von 4% pro Jahr nur mit 1,94% verzinst. Auf Ebene der Garantie und bei geringeren Garantiezinsen entstehen hierdurch noch schwächere Resultate.

Fazit

Ratenzahlungszuschläge und dynamische Erhöhungen können teuer zu stehen kommen.

Berechnung:


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