Lebensversicherung verkaufen – wie funktioniert das?

Veröffentlicht 2014-04-04

Bund der Versicherten informiert: Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt verkaufen ist eine gute Alternative, aber Vorsicht an wen Sie verkaufen!

Im Folgenden zitieren wir aus einem Artikel des WDR:

Das Prinzip ist relativ einfach: Wenn Sie Ihre Lebensversicherung verkaufen, treten Sie Ihre Ansprüche an einen sogenannten Policenankäufer ab. Der überweist Ihnen dafür einen vereinbarten Betrag und übernimmt Ihre laufenden Prämienzahlungen. Im Gegenzug verzichten Sie bei Ablauf Ihres Vertrages auf die Auszahlung Ihrer Vertragssumme. Die erhält dann der Aufkäufer.

Welche Vorteile bringt der Verkauf?

In der Regel erhalten Sie von einem Zweitaufkäufer einen Betrag, der um etwa fünf Prozent höher ist als der Rückkaufswert, den Ihre Versicherung Ihnen bei Kündigung ausgezahlt hätte.

Welche Voraussetzungen gibt es?

  • Der Mindestrückkaufwert Ihrer Versicherung muss bei etwa 10.000 Euro liegen.
  • Gut ist, wenn der Vertrag seit mindestens 5 Jahren besteht und noch mindestens 1 Jahr Laufzeit besitzt.
  • Ihr Versicherer sollte ein finanzstarkes Unternehmen sein, das in der Branche als gut und sicher eingestuft wird.

Viele Angebote sind faul: Nur an seriöse Anbieter verkaufen!

Seriöse Anbieter sind Mitglieder im Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL). Alle Mitglieder des Verbands haben sich bestimmten Qualitätsmerkmalen unterworfen. Damit schalten Sie von vornherein die schwarzen Schafe im Markt aus. Die Mitglieder sind auf der Internetseite des Bundesverbandes aufgelistet.

Erkundigen Sie sich auch bei der Stiftung Warentest und bei den Verbraucherzentralen über den Ruf des Aufkäufers.

Vorsicht bei Ratenzahlungen und Fondsinvestitionen

Achten Sie darauf, dass Ihnen der Kaufpreis komplett in einer Summe ausgezahlt wird. Wenn Ihnen überhöhte Summen auf Raten versprochen werden, lassen Sie sich auf keinen Fall darauf ein. Denn wird der Aufkäufer zwischenzeitlich zahlungsunfähig, werden Sie Ihr Geld wahrscheinlich nicht wiedersehen.

Eine beliebte Masche ist auch, dass Sie Ihren Erlös nach dem Verkauf in geschlossene Fonds investieren sollen. Lassen Sie die Finger von solchen Angeboten! Die Renditeversprechen haben mit der Realität meist nichts zu tun.

Sichere Abwicklung über eine Treuhand

Auf Nummer sicher geht man, wenn der Aufkäufer anbietet, den Verkauf auch auf dem Treuhandweg abzuwickeln. Der Verkäufer gibt seine Police zum Beispiel an eine Bank oder einen Notar. Erst wenn dort das Geld vom Aufkäufer eingetroffen ist, wird der Versicherungsvertrag an den Aufkäufer abgetreten. Dieses Verfahren kostet um die 250 Euro.

Todesfallschutz möglichst erhalten

In der Regel gilt dies, der Verkäufer sollte aber unbedingt darauf achten, dass das auch für seinen Vertrag so ist: Der Todesfallschutz bleibt für die versicherte Person auch nach dem Verkauf der Police bestehen. Das heißt: Stirbt der Versicherte vor Laufzeitende, erhalten die Erben vom Aufkäufer eine Todesfallleistung. Allerdings zieht der Zweitmarktaufkäufer den Kaufpreis der Police und seine bis dahin bezahlten Prämien von der Todesfallleistung, sowie die aufgelaufenen Zinsen ab. Je länger der Vertrag also noch läuft, desto mehr schmälert sich die Summe des Todesfallschutzes.

In der Regel versuchen die seriösen Zweitmarktkäufer, die Policen bis zum Ablauf des Vertrages fortzuführen. Aber sie haben auch das Recht, die Police zu kündigen. In diesem Fall würde auch der Todesfallschutz wegfallen. Dennoch ist der Verkauf in Sachen Todesfallschutz günstiger als die Kündigung, weil mit der Stornierung der Versicherung der Todesfallschutz selbstverständlich wegfallen würde.“

Der Verkauf Ihrer Kapitallebensversicherung stellt durch den Aufpreis, den ein Aufkäufer im Vergleich zur Kündigung zahlt, einen erheblichen Mehrwert für Sie dar. Sie erhalten den maximalen Erlös und können Ihren Geldbedarf schnell befriedigen und Ihre Liquidität verbessern.


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