Lebensversicherer kürzen Ausschüttungen

Veröffentlicht 2015-01-26

Focus Money Online berichtet am 21.01.2015 über die neuerlichen Kürzungen und Streichungen, welche die leidgeprüften Kunden aktuell erfahren.



Dass die Versicherer in großen Teilen die Bewertungsreserven streichen würden, was nun zu teils erheblichen Reduzierungen der Policenguthaben geführt hat, war den meisten Versicherungsexperten schon Anfang des letzten Jahres klar. Dem im Artikel gegebenen Rat „nicht vorschnell zu kündigen“ konnten und können wir nur insoweit folgen, als eben nicht „vorschnell“ gekündigt werden sollte. Wie aus diversen Pressemitteilungen des Jahres 2014 zu entnehmen ist, waren unsere Kunden gut beraten. Die einen hatten hohe variable Anteile und eine hohe Gefahr – und erfuhren durch uns eben aus gutem Grund, dass die Kündigung eine gute Alternative sein könnte. Wir haben in vielen Analysen - auch der Presse gegenüber - gezeigt, dass vielen Verträgen Kürzungen in Folge der Streichung der BWR in Höhe von 10 Prozent und mehr drohten. Gerade solche Verträge, die nur noch eine sehr kurze Restlaufzeit aufwiesen, waren darum gut beraten, zu kündigen.



Andere Verträge waren vergleichsweise stabil und sicher, oder die Anfrage erreichte uns zu nah am Inkrafttreten der gesetzlichen Änderung – hier ergab die Analyse eher das Resultat der Sicherheit und Stabilität. Uns, unsere Kunden und auch die informierten Bürgern wird die aktuelle Kürzungswelle somit nicht überraschen.



Viele unserer Kunden haben Guthaben vor den letzten Kürzungen gerettet! Doch es geht weiter.



Focus Money empfiehlt, auch jetzt nicht Hals über Kopf zu kündigen. Hier schließen wir uns vehement an! Focus schreibt weiter, dass besonders zu alten Verträgen mit Beginn vor 2004 – gemeint war hier sicher „mit Beginn vor 2005“, denn hier gilt noch die attraktive alte Kapitalertragssteuer, anstelle der weniger günstigen Abgeltungssteuer - oft einen sehr guten Garantiezins in Höhe von 3-4 Prozent aufwiesen. Hier wollen wir einem Irrtum vorbeugen:



Vorsicht! Wenn Ihr Vertrag vor dem Jahr 2020 abläuft!



Verträge mit Beginn vor 2005 sind keineswegs alle gut, sicher und stabil. Insbesondere durch den starken Anstieg der Bewertungsreserven – die teilweise so hoch ausfallen, dass Kunden eben doch noch daran beteiligt werden, besteht noch immer die Chance Gewinne mitzunehmen. Oder umgekehrt, es kann noch eine Menge verloren gehen! Darüber hinaus sollte der geneigte Leser immer bedenken, dass eine garantierte Verzinsung von 4 Prozent nicht bedeutet, dass der Vertrag jedes Jahr eine Wertsteigerung von 4 Prozent und mehr erfährt. Unsere Analysen zeigen regelmäßig, dass nach Abzug der Kosten vom garantierten Zins nicht mehr viel übrig bleibt; ja, auf die Restlaufzeit berechnet sind gar negative Renditen - landläufig Wertverlust genannt - keine Seltenheit! Gerade mal 1/3 der untersuchten Verträge schaffte eine stabile Fortsetzungsrendite von 1,5 Prozent pro Jahr.



Wir haben zu aktuellen Wertmitteilungen bis zu knapp 12% der Guthaben (Rückkaufswerte) gesehen, die noch entfallen können. Dadurch können die Kunden bis Ablauf, auch mit Altverträgen einen Verlust von knapp 5% pro Jahr erleiden. Untersucht haben wir exemplarisch Verträge von:

  • AachenMünchner
  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • AXA
  • Debeka
  • Ergo
  • Generali
  • R+V
  • Zürich


Es gibt zwar auch zahlreiche Verträge, die durch die Kürzungen der letzten Jahre nun in ruhigeres Fahrwasser gelangen, doch die Zahl der gefährdeten Altverträge bleibt leider sehr hoch. Trotz der im Artikel zitierten hohen Garantiezinsen von 3% und mehr, schafft gerade einmal 1/3 der untersuchten Verträge eine stabile Fortführungsrendite bis Ablauf von 1,5 % pro Jahr. Bei mehr als der Hälfte der untersuchten Verträge kann sich noch ein Verlust – also eine negative Rendite bis Ablauf – einstellen.





Insofern empfehlen wir auch den Inhabern von Altpolicen – insbesondere wenn der Vertrag vor dem Jahr 2020 abläuft – dringend Ihre Police von einem Experten untersuchen zu lassen. Neben den Verbraucherzentralen übernehmen auch wir diese Aufgabe mit kritischem Auge aber auch großer Zuneigung für das Produkt Lebensversicherung mit Garantiezins.Der Wert von Risikoabsicherung und die hohe Qualität der gegeben Garantien wird von uns berücksichtigt – wir degradieren die Lebensversicherung nicht zu einem reinen Sparvertrag.



Das Video von Focus Money "Empfehlung zu fondsgebundenen Lebensversicherungen" wollen wir noch wie folgt ergänzen:



Vor knapp einem Jahr haben wir den folgenden Blogbeitrag veröffentlicht:
» fondsgebundene Lebensversicherung - passt das zusammen?



Neben unserer Meinung, die wir hier veröffentlicht haben, geben wir noch folgendes zu bedenken: Die in dem Video-Beitrag strapazierte Sorge vor der Abgeltungssteuer muss nur fürchten, wer Kapitalerträge in der Höhe erfährt, dass die eigenen Freibeträge überschritten werden. Dazu sagen wir in der heutigen Zeit: Glückwunsch! Denn das war schon mal gar nicht so leicht. Vielleicht sollte man deshalb Alternativen zu fondsgebundenen Lebensversicherungen nicht vorschnell verwerfen. Hohe Gewinne sind für fondsgebundene Versicherungen erst recht anspruchsvoll. Damit nämlich solch hohe Gewinne übrig bleiben, müssen die Erträge des oder der Fonds die Kosten des Fonds bereits überschreiten – was längst nicht alle Fonds schaffen. Dann aber, müssen noch die Kosten der Lebensversicherung erwirtschaftet werden – was noch weniger Fonds schaffen. Und schließlich müssen noch die KickBacks – die es vielleicht geben soll – über die Renditen der Fonds bzw. deren Investments eingefahren werden. Von den Abschlusskosten und der Wirkung der Zillmerung bzw. Vorfinanzierung der Abschlusskosten wollen wir nun gar nicht wieder anfangen – da gibt es genug in unseren Blogs zu lesen.



Lange Rede… bitte genau abwägen, wieviel Chance man für so viel Risiko erhält. Als Kapitalanlage hat Focus Money in diesem Beitrag noch andere Titel genannt, die das vielleicht mehr verdient haben.



Hier können Sie den Artikel in "Focus Money online" lesen
» Lebensversicherer kürzen Ausschüttungen


Zurück